Geschichte der Alemannia

  

16.12.1900

 

18 Schüler gründeten am 16.12.1900 den "Fußballclub Alemannia"

 

Während in manchen Städten des Rheinlands die Sportvereine aus Turnvereinen entstanden sind, wurde in Aachen das Fußballspiel seit Ende des 19. Jahrhunderts in den höheren Schulen gepflegt. Im Rheinland und im holländischen und belgischen Grenzraum ansässige englische Kaufleute und Industrielle brachten in der Zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben dem traditionellen Reitsport den Fußballsport zur Geltung. Im Jahre 1863 war Fußball in England auf hohem Niveau organisiert. Das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, Oberrealschule und Realgymnasium begannen ungefähr gleichzeitig mit regelmäßigen Übungsspielen auf dem Marienthaler Kasernenhof in der Franzstraße, dem damaligen Spielplatz des Vereins für Jugend- und Volksspiele. 18 dieser Schüler gründeten dann am 16.12.1900 den "Fußballclub Alemannia".

Schülerspielvereinigung im Sommer 1900.v.l. stehend: Bräuler, Creutz, Jacobs, Emonts, Wollgarten, Nellessen, Heckmanns, Emunds, Müller, Foerster, Bossen, Riechert, Wagner, Kassner, Gatzweiler - sitzend: Roolf, Loesch, Kaatzer
Schülerspielvereinigung im Sommer 1900.v.l. stehend: Bräuler, Creutz, Jacobs, Emonts, Wollgarten, Nellessen, Heckmanns, Emunds, Müller, Foerster, Bossen, Riechert, Wagner, Kassner, Gatzweiler - sitzend: Roolf, Loesch, Kaatzer

16.12.1900

 

1. offizielles Spiel der Alemannia gegen den belgischen FC Dolhain 6:0

 

Entscheidend für die Gründung des Vereins war der Umstand, dass die Schulen weder Wettspiele noch eine Teilnahme von Nichtschülern gestatteten. Da der Name 1.FC Aachen gerade durch einen kurz zuvor gegründeten und bald wieder aufgelösten Verein vorweggenommen wurde, gab man sich den Namen "Alemannia", der damals das Deutschtum des äußersten Westen des Deutschen Reichs betonen sollte. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 30 Pfennig festgelegt und von den ersten Einnahmen wurde ein "Vereinsball" angeschafft. Das erste Wettspiel - eine geregelte Meisterschaftsserie gab es noch nicht - wurde schon am 16.12.1900 gegen den FC Dolhain (heute Belgien) ausgetragen und mit 6:0 gewonnen. Als Torpfosten dienten Holzstangen, die vor dem Spiel erst in den harten Kiesboden gerammt werden mussten. Eine Latte gab es noch nicht, dafür wurden die Torstangen mit einer Leine verbunden und Netze fehlten gar bis 1905. Zuschauer, die Eintritt bezahlten, gab es ebenfalls keine, da das Gelände nur von Militär und Vereinsmitgliedern betreten werden durfte. Gegnerische Mannschaften wurden auf Schleichwegen an den Militärposten vorbei auf den Platz geleitet.

 

Mitte des Jahres 1901 zog der Verein um und spielte im Innenraum der Radrennbahn im Zoologischen Garten (heute Westpark). In der damaligen 1. Mannschaft der Alemannia spielten 5 Studenten und 6 Schüler. Der finanziell verlockende Vorschlag der Aachener Hochschule, den Fußballclub in einen akademischen Sportverein umzuwandeln und damit in den Genuss beträchtlicher Fördermittel zu kommen, wurde von dem damaligen Vorsitzenden Karl Foerster abgelehnt. Der Verein sollte jedermann zugänglich sein.

 

Ostern 1903 fand das erste Spiel in Aachen vor einigen hundert zahlenden Zuschauern gegen Olympia Rotterdam (2:6) statt. Einnahme: 62 Mark

 

Im Frühjahr 1904 erfolgte ein weiterer Umzug, diesmal auf den Waldspielplatz Siegel (heutiges Waldstadion).

1904/1905

 

In der Saison 1904/05 wurde erstmals am Meisterschaftsspielbetrieb des FV Rheinland- Westfalen teilgenommen, der zwei Jahre zuvor gegründet wurde. Von da an begann der eigentliche Aufschwung des Vereins unter anderem mit der Gründung einer Jugendabteilung, regelmäßig zahlenden Zuschauern bei Meisterschaftsspielen (die anderen Spiele gegen befreundete Vereine nannte man damals Gesellschaftsspiele), und auch die erste Aufmerksamkeit innerhalb des Verbandes wurde erreicht. Am 1.8.1905 erschien das Nachrichtenblatt (Preis: 10 Pfennig) des Fußballclubs Alemannia Aachen als eine der ersten Sportvereinszeitungen des Rheinlandes. Diese Zeitungen sind ab dem Jahr 1905 mit Ausnahme der Jahre 1914 - 1918 und teilweise für den 2. Weltkrieg eingebunden und werden im Archiv der Alemannia aufbewahrt.

 

1907 entwickelte sich durch Neuzugänge ein bis dahin in Westdeutschland nicht bekanntes und gefürchtetes "Dreiinnenspiel" (was auch immer das gewesen sein mag). Die Chronik schreibt hierzu, dass erstmals die Außenstürmer nicht ganz auf der gleichen Linie spielten wie Mittel- und Innenstürmer. Man bemerke, dass damals noch mit 5 (in Worten: fünf) Stürmern gespielt wurde. Dahinter spielten übrigens zwei Außenläufer und ein Mittelläufer und vor dem Torwart standen dann noch gerade mal zwei Abwehrspieler. Dieses aus heutiger Sicht sehr mutige System konnte sich, immer wieder mal leicht abgeändert, bis in die fünfziger Jahre halten (WM 1954 in der Schweiz).

08.10.1905

 

Amtsgerichtliche Eintragung des "Fußballclub Alemannia Aachen"
Der Mitgliedsbeitrag betrug 1 Mark pro Monat

1907/1908

 

Anordnung des Vorstandes bei Wettkämpfen in einheitlichen Jerseys aufzutreten (schwarz-gelb gestreiftes Trikot und schwarze Hose)

 

In der Saison 1907/08 wurde erstmals eine Meisterschaft erreicht. Einen Punkt vor dem Kölner FC 99 wurde man mit 12:4 Punkten "Meister des 1. Bezirks". Höhepunkt der Saison war ein Spiel gegen den englischen Berufsspielerclub Bradford City vor der damals schier unglaublichen Kulisse von 2.000 Zuschauern. In der Meisterschaftssaison 1907/1908 spielte die Mannschaft der Alemannia auf den von der Stadt Aachen neu eingerichteten Platz hinter dem Forsthaus Siegel. Die anfängliche Begeisterung über Lage, Ausstattung und Zuschauerzuspruch währte jedoch nicht lange. Starkes Gefälle, beschränkte Größenverhältnisse und lehmiger Boden, der sich an den häufigen Regentagen in ein Schlammfeld verwandelte, waren kaum zumutbar.

 

Letzter großer Verdienst des scheidenden Vorsitzenden Kurt Pfeiffer war die Lösung der Platzfrage. Von März 1908 an fanden alle Spiele in Aachen auf dem städtischen Platz auf Neu-Tivoli statt, obwohl die Miete für damalige Verhältnisse mit 360 Mark jährlich nicht gering war. Durch viel Eigenleistung der Mitglieder entstanden die notwendigsten Anlagen. Der Fußballclub Alemannia hatte endlich 8 Jahre nach der Gründung auf einem Teil des früheren Landgutes "Tivoli" eine Heimat gefunden, ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Nach Erwerb von angrenzenden Grundstücken 1925 und spätestens bei Einweihung des neuen Sportplatzes sollte die Bezeichnung "Tivoli" auf das Fußballstadion übergehen. 1908 war selbst unter den größeren Vereinen ein geschlossener Spielplatz die Ausnahme.

1909

 

Neuer Vorsitzender wurde Josef Emunds

1909 qualifizierte sich die Alemannia für die neu gegründete Westdeutsche Liga, in der man mit wechselnden Erfolgen bis Kriegsbeginn 1914 spielte. Die kommenden Jahre waren durch viele Wirren geprägt (unregelmäßige Spiele, am Ort stationierte Soldaten als Gastspieler), ehe der Spielbetrieb ganz eingestellt wurde.

 

Im Jahre 1909 machte Alemannia Aachen folgendes bekannt: Die Alemannia bittet bei Wettkämpfen möglichst alle Zurufe aus dem Publikum zu unterlassen. Die Mitglieder sollen den anderen Zuschauern mit gutem Beispiel vorangehen und versuchen jede Störung zu vermeiden. Dass die Linienrichter zur Unterstützung, nicht zur Kritik des Schiedsrichters da sind, dass sie den Spielern keine Anweisungen zu erteilen haben, dass sie endlich stets da sein sollen wo der Ball ist, setzen wir als bekannt voraus.

1910

 

1910/1911: In den Ligakämpfen erreichte die 1. Mannschaft der Alemannia 21 Punkte gegenüber 16 im Vorjahr - und belegte Platz 5 in der Tabelle, in der Saison 1911/1912 Platz 8. Im Folgejahr war Alemannia Aachen Tabellenvierter hinter dem Duisburger SV, Essener Turnerbund und dem FC 1894 München-Gladbach.

 

1912/1913: In der Saison 1912/1913 stand beim Spiel Westdeutschland gegen Süddeutschland mit Wimmar Hennes ein Spieler der Alemannia im Tor. Im Endspiel um den so genannten Kronprinzenpokal gehörte Hennes ebenfalls zur Verbandsauswahl. Seine Stunde schlug beim Freundschaftsspiel gegen Preußen Duisburg, die mit nur 9 Spielern angereist waren und keinen Torwart hatten. Da das Spiel zu scheitern drohte, lieh Alemannia den Duisburgern den schmächtigen Aachener Hennes aus. Dieser bewies in diesem Spiel einen derartigen Torwartinstinkt, dass er zukünftig aus der 1. Aachener Mannschaft nicht mehr wegzudenken war. Er war auch als "Schwimm-Hennes" bekannt, da er beim Fangen und Hinwerfen den "Fisch" machte.

 

1914/1915: Der Ausbruch des 1. Weltkrieges brachte durch die Einberufungen zum Heerdienst eine Dezimierung der bisherigen Stammspieler mit sich. Es konnte nur noch ein provisorischer Spielbetrieb unterhalten werden. Vier der elf Stammspieler fielen im Krieg. Von etwa 200 Mitgliedern des Vereins waren bei Kriegsende 37 übrig geblieben.

1918

 

Vor dem 1. Weltkrieg belief sich die Mitgliederzahl auf 200 - danach waren es noch 37.

03.09.1919

 

1919 wurde der Meisterschaftsspielbetrieb wieder aufgenommen. Am 03.09.1919 erfolgte eine Fusion mit dem Aachener Turn Verein von 1847. Der neue Vereinsname war nun Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1847. Es wurde Turnen, Fußball und Leichtathletik betrieben.

 

Das Vereinsjahr 1920/1921 wurde zum erfolgreichsten der Nachkriegszeit. Gemäß den Bestimmungen des WSV spielten im Westkreis wie im Südkreis je 10 Vereine gegeneinander. Jeweils 5 sollten im folgenden Jahr im Rheingau die Gauliga bilden. Die Hälfte der Beteiligten würde also in der Kreisliga verbleiben. Die 1. Mannschaft der Aachener Alemannia wurde Meister des Westkreises mit der Bilanz von 24 Punkten und 50:25 Toren. Mit Beginn der Spielzeit 1921/1922 in der Rheingauliga erfolgte die erste Krise für den Verein. Die 1. Mannschaft sah sich nach ihrem Aufstieg mit äußerst starken Gegnern konfrontiert und dieser Vergleich unter den 10 besten Vereinen des West- und Südkreises machte die Defizite der Alemannia überdeutlich.

 

In einer politisch immer schwerer werdenden Zeit entwickelte sich während der nun folgenden Jahre ein "Kampf" zwischen Turnen und Sport, und so sah man sich 1924 durch äußere Einflüsse gezwungen, die Fusion mit dem ATV in freundlicher Atmosphäre und nur sehr ungern wieder aufzuheben. Zurückgeblieben allerdings war jetzt der Name (endgültig und vollständig): Aachener Turn- und Sportverein (ATSV) Alemannia 1900 e.V.

Der Vorstand 1925.v.l. stehend: J.Jansen, J.Berben, A.Smeets, K.Coutura, J.Herff.sitzend: J.Emunds, W.Courté
Der Vorstand 1925.v.l. stehend: J.Jansen, J.Berben, A.Smeets, K.Coutura, J.Herff.sitzend: J.Emunds, W.Courté

1925

 

Genehmigung zum Ausbau des Tivoli-Geländes

03.06.1928

 

Einweihung des Tivoli

 

1925 erhielt der Verein nun endlich die Genehmigung, das Nebengelände von Neu-Tivoli zu bewirtschaften. Dort wurde angefangen, das heutige Tivoli-Gelände zu bauen. Die Einweihung des neuen Hauptspielfeldes (jetziges Stadion) erfolgte am 03.06.1928. Am Einweihungstag zogen 350 Sportler aller Abteilungen hinter der schwarz-gelben Fahne ein, anschließend spiel­ten die Fußballmannschaften Preußen Krefeld gegen Alemannia und die Handballmannschaft gegen Schwarz-Weiß Barmen. Das erste Spiel gegen Preußen Krefeld auf neuem Geläuf wurde 2:1 gewonnen.

Feierliche Platzeinweihung
Feierliche Platzeinweihung

Im Jahre 1926 wurde der 17-jährige Reinhold Münzenberg erstmals in der 1. Mannschaft eingesetzt. Damals ahnte noch niemand, was für eine glänzende Laufbahn Münzenberg bevorstand. Er erkämpfte sich einen Stammplatz als Mittelläufer und schonte sich und seine Gegner nicht. Dies brachte ihm den Beinamen "der Eiserne" ein. Am 25.5.1930 wurde Reinhold Münzenberg für das Treffen Westdeutschland gegen Ostholland aufgestellt und am 8.9.1930 spielte er als 1. Aachener in der Deutschen Nationalmannschaft. Prof. Otto Nerz und Sepp Herberger beorderten ihn 41 Mal in die Deutsche Nationalelf zwischen 1935 und 1937 in ununterbrochener Folge.

 

Legendär waren die Zweikämpfe des "eisernen Reinhold" mit Stanley Matthews, dem besten Ballzauberer am rechten Flügel der englischen Nationalmannschaft. Münzenberg zeigte dem Dribbelkünstler am 4.12.1935 seine Grenzen auf. Matthews sagte nach dem Spiel: "Du hast Deinen Meister gefunden" Die Erfolgskurve von Münzenberg weist einen Tiefpunkt auf. Beim dritten Länderspiel 1931 in Paris verschuldete Münzenberg durch ein Eigentor die 0:1 Niederlage. Dies hat er sich nie verziehen. Reinhold Münzenberg starb 1986 77-jährig in Aachen und ist auf dem Waldfriedhof Aachen beerdigt

1929

 

Neuer Vorsitzender wurde Dr. Karl Moll

1930/1931

 

Selbstsicher ging die Alemannia in die Saison 1930/1931, die zur bis dahin erfolgreichsten werden sollte. Im Februar 1931 standen sich im Endspiel um die Rheinbezirksmeisterschaft im Kölner Stadion Alemannia Aachen und der Rheydter Spielverein gegenüber. Zur Halbzeit stand es 2:2, beim Schlusspfiff 3:2 für die Alemannia. Schiedsrichter Dr. Peco Bauwens, der spätere DFB-Vorsitzende gratulierte dem neuen "Meister vom Rhein."

 

Nach harter Vorrunde qualifizierte sich Alemannia Aachen für die Teilnahme an der Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft. Die vier Vereine des WSV hießen: Fortuna Düsseldorf, Meidricher Spielverein, VFB Bielefeld und Alemannia Aachen. Westdeutscher Meister wurde aber damals Fortuna Düsseldorf.

 

Am 30.1.1933 begann der Ausverkauf der Demokratie, als Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde. Fortan galt auch in den Vereinen das so genannte "Führerprinzip". Die Vorsitzenden der Vereine durften sich nur noch " Vereinsführer" nennen. Der bisherige langjährige Vorsitzende von Alemannia Aachen, Dr. Karl Moll, wurde abgelöst, da man ihm die Führereigenschaft absprach. Neuer Vereinsführer wurde Dr. Ing. Peter Müller, ein strammer Parteigenosse. Im August 1933 erging die Aufforderung des Amtes für Leibesübungen in Köln an alle Sportvereine, sämtliche jüdischen Mitglieder aus ihren Reihen zu entfernen. Von da an ist der langjährige Stürmer Max Salomon in den überlieferten Mannschaftsaufstellungen nicht mehr zu finden.

1937/1938

 

Mittelrheinmeister der Gauliga

1937/38 wurde die Alemannia Mittelrheinmeister der Gauliga. Im entscheidenden Spiel reichte ein 0:0 gegen den SV Beuel. Aus Sicherheitsgründen waren zu diesem Spiel nur 11.000 Zuschauer am Tivoli zugelassen. In der Vorrundengruppe zur Deutschen Meisterschaft wurde man anschließend Dritter hinter dem späteren Meister Hannover 96 und dem 1.FC Nürnberg und vor Hanau 93. Dabei wurden die Heimspiele von jeweils 13.000 Zuschauern im Waldstadion besucht. Noch heute schwärmen viele Augenzeugen von diesen Spielen. So auch der ehemalige DFB-Präsident Egidius Braun, der als kleiner Steppke ins Stadion ging und noch heute in Anekdoten von diesen Spielen erzählt.

Mittelrheinmeister der Gauliga v.l. Münzenberg, Schulzen, Schnitzler, Goffart, Lennartz, Neussl, Stephan, Gummer, Kölling, Wynands, Dautzenberg
Mittelrheinmeister der Gauliga v.l. Münzenberg, Schulzen, Schnitzler, Goffart, Lennartz, Neussl, Stephan, Gummer, Kölling, Wynands, Dautzenberg

02.1939

 

Das neue Vereinsheim wird eingeweiht, Architekt war Reinhold Münzenberg

22.09.1945

 

Josef Hirtz wird zum Vorsitzenden gewählt

Als es am Anfang der neuen Saison in einem Heimspiel zu "Kundgebungen" gegen den Schiedsrichter kam, und der zuständige "Reichsfachamtsleiter" in Berlin mehrere Spielersperren und eine mehrwöchige Platzsperre verhängte, musste die Mannschaft fast komplett auswärts antreten und stieg aus der Gauliga ab. Erst im letzten Saisonspiel gab es mit einem 2:1 gegen den VfR Köln endlich den ersten Saisonsieg.

 

Der direkte Wiederaufstieg wurde angestrebt, aber aus bekannten Gründen gab es bis 1944 nur noch "Notspiele" auf regionaler Ebene, bevor dann 1944 mit der Räumung Aachens der Spielbetrieb ganz eingestellt wurde. Schon am 22.09.1945 fand aber wieder eine erste Vereinsversammlung statt und es begann der Wiederaufbau der Sportanlage. 1946 wurde man Zweiter im Rheinbezirk und stieg in die neu gegründete Oberliga West auf.

1949

 

Das Vertragsspielersystem wird in Deutschland eingeführt

1949 wurde in Deutschland das Vertragsspielersystem eingeführt, an dem sich auch die Alemannia beteiligte. Es begann eine neue Zeit, unter anderem mit Spielern wie Schütt, Derwall oder Pfeiffer. Spielernamen, die wohl nicht nur den älteren Fans etwas sagen. Die kommenden 20 Jahre sollten die erfolgreichsten der Vereinsgeschichte werden.

 

Auf dem Papier war die Idee des Vertragsspielers schon länger ausgearbeitet, und 1949 war es dann soweit: Das Vertragsspielersystem wurde eingeführt. Auch Alemannia Aachen beteiligte sich an diesem System, spielte man doch zu diesem Zeitpunkt schon seit 1947 in der Oberliga, der damals höchsten deutschen Spielklasse.

 

Doch diese Neugestaltung des Vertragssystems brachte auch große Nachteile. Von nun an waren die Vereine verpflichtet, Vergnügungssteuer abzuführen. Zusammen mit der Umsatzsteuer und den Verbandsabgaben kamen hohe finanzielle Belastungen auf den Verein zu. Auch der Hinweis des Präsidenten Dr. Moll auf die 34 (!) Amateurmannschaften des Vereins zog nicht, die Alemannia musste zahlen. Es begannen finanziell schwere Zeiten. Nach einem Heimspiel gegen Horst-Emscher wurden sogar die Einnahmen gepfändet wegen rückständiger Abgaben.

 

Auch sportlich merkte man die größeren Ansprüche durch die neue Regelung. Erst in letzter Minute wurde in der Oberliga West, der damals stärksten deutschen Oberliga, mit einem 3:2 gegen den 1.FC Köln der Klassenerhalt geschafft.

1949/1950

 

Zum 50 jährigen bestehen belegt die Alemannia Platz 12 in der Oberliga West

Ein Trainerwechsel war die Folge für die neue Saison. Vor allem wollte man die offensichtliche Auswärtsschwäche abstellen. Am heimischen Tivoli mussten auch die stärksten Gegner Federn lassen, aber Auswärts haperte es ganz gewaltig. Besondere Beachtung fanden zu dieser Zeit im Westen die Spieler Bert Schütt und Jupp Derwall.

 

Auch in der Saison 50/51 sprang nicht mehr als ein 15. Platz in der Tabelle heraus. Neuer Trainer war inzwischen Hermann Lindemann, der mit der Mannschaft in einer Relegationsrunde gegen SW Essen, Wuppertal und Oberhausen siegreich blieb und damit den Ligaverbleib rettete. Mit Lindemann als Trainer wurde die Mannschaft nun immer stärker. Die Spieler Schütt und Derwall entwickelten sich zu einem gefährlichen Duo. So wurde man einmal Dritter, einmal Fünfter in der Oberliga.

 

01.05.1953

 

Vorläufiger Höhepunkt war aber das Erreichen des Pokalendspiels 1953. Rot-Weiß Essen hieß der Gegner am Freitag, den 01.05.1953 im Düsseldorfer Rheinstadion. Mit großem Optimismus fuhr der Aachener Tross nach Düsseldorf, hatte man doch den Gegner Rot-Weiß Essen gerade erst in der Meisterschaft am Tivoli mit 4:0 geschlagen. Doch es sollte anders kommen. Bert Schütt verletzte sich kurze Zeit vorher und so musste man die Mannschaft umstellen. Schon zur Pause lag man 0:2 hinten, und in der 2. Halbzeit ließ Nationaltorwart Fritz Herkenrath nur noch einen Treffer durch Jupp Derwall zu.

Die Mannschaft der Saison 1953/1954 v.l. stehend: Trainer Lindemann, Pfeiffer, Gärtner, G.Schmidt, Derwall,Dziwocki, Coenen, Vorstandsmitglied Ferdi Wiebecke - mitte: Schütt, Jansen- knieend: Powalla, Schellberg, Metzen
Die Mannschaft der Saison 1953/1954 v.l. stehend: Trainer Lindemann, Pfeiffer, Gärtner, G.Schmidt, Derwall,Dziwocki, Coenen, Vorstandsmitglied Ferdi Wiebecke - mitte: Schütt, Jansen- knieend: Powalla, Schellberg, Metzen

Am 03.09.1953 wurde auf dem Tivoli Richtfest gefeiert. Die neue Stehplatztribüne wurde eingeweiht. Ganz neu waren der Spielertunnel und eine Fahrzeugeinfahrt. 20.000 Zuschauer konnten nun die Spiele verfolgen in einer der modernsten Stadien Deutschlands.

 

Im Dezember absolvierte Michel Pfeiffer vor 100.000 Zuschauern in Wembley sein erstes Länderspiel unter Sepp Herberger und wurde damit Aachens 2. Nationalspieler.

 

In den kommenden Jahren spielte man mit wechselnden Erfolgen in der Oberliga unter den Trainern Knöpfle, Sarosi, Kronsbein und Pfau und mit Jupp Martinelli machte ein neues Gesicht von sich reden.

 

1957 wurde das Stadion weiter ausgebaut. Die Sitzplätze wurden überdacht, die Stehränge ausgebaut. Das Fassungsvermögen betrug nun 32.500 und vor allem zierte das Stadion nun Europas modernste Flutlichtanlage.

03.09.1953

 

Am Tivoli wird eine neue Stehplatztribüne eingeweiht

07.1956

 

Das neue Sportheim wird eingeweiht

28.08.1957

 

Erstes Flutlichtspiel gegen Español Barcelona

 

Das erste Flutlichtspiel fand am 28.08.1957 vor 32.000 Zuschauern gegen Español Barcelona statt. In den nächsten Jahren gastierten viele europäische Spitzenclubs in Aachen, die alle diese einmalige Atmosphäre erleben wollten. Spektakulär war vor allem das Ende der Spiele. Nach dem Abpfiff ging für kurze Zeit das Flutlicht aus, alle Zuschauer zündeten ein Streichholz oder Feuerzeug an und begleiteten so die Spieler in die Kabinen, ein tolles Bild und Gänsehaut pur.

 

Zum ersten Mal kam der Gedanke der Einführung einer Bundesliga auf. Der damalige Präsident des 1.FC Köln Franz Kremer wollte alle Vereine mit mehr als 300.000 DM Umsatz in diese Klasse aufnehmen. Schon damals erntete er Widerspruch aus Aachen, die sich zwar mit der Liga anfreunden konnten, aber mehr die sportlichen Gesichtspunkte zählen lassen wollten. Ein Streit, der später noch von Bedeutung sein sollte. Zunächst fanden die Pläne aber keine Mehrheit in Deutschland.

 

Der Verein wurde immer größer, Ende 1959 hatte man 2.503 Mitglieder. Die angestrebte Dreitausend-Grenze wurde dann im November 1960 mit 3.036 erreicht. Die Alemannia war Westdeutschlands größter Verein geworden.

 

Vor allem Trainer "Fiffi" Kronsbein (Spitzname Fiffi deshalb, weil er immer etwas nervös vor sich hin pfiff) hatte ein Talent, gute Neuzugänge zu verpflichten. So fanden unter anderem Branco Zebec, Jean Löring und Jugoslawiens Nationalkeeper Vladimir Beara den Weg zum Tivoli. 1961 hatte die Alemannia inzwischen 3.200 Mitglieder, ein Höchststand, der nie mehr erreicht wurde.

 

Unter Trainer Pfau rückte 1962 die Einführung einer Bundesliga (sie wurde am 28.07.62 offiziell auf dem DFB-Bundestag in Dortmund beschlossen) inzwischen immer näher. Von über vierzig Oberligavereinen sollten 16 in die Bundesliga aufgenommen werden, und einem Gerücht zu Folge sollte Aachen nicht dabei sein. Präsident Dr. Gerd Heusch legte einen 12-Punkte-Katalog vor mit Argumenten pro Alemannia, u.a. geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, geplanter Stadionausbau auf 42.000 Zuschauer, größter Rasensportverein Nordrhein-Westfalens, ununterbrochene Zugehörigkeit zur Oberliga West usw.

06.05.1963

 

Die Alemannia wurde zur Gründung der Bundesliga vom DFB ausgeschlossen

Nach einem Punktgewinn beim 1.FC Köln (2:2) wetterte Kölns Präsident und einer der "Väter der Bundesliga" Franz Kremer: "Aachen war vor dem Spiel im Trainingslager. Das ist nach den Statuten nicht erlaubt." Erlaubt war dies damals tatsächlich nicht, aber alle großen Klubs gingen dazu immer mehr über. Auf jeden Fall war die Alemannia nun endgültig unten durch, vor allem als auch noch das Rückspiel im März 1963 gegen den FC mit 1:0 gewonnen wurde. Schon damals steckte gerade in den Derbys mit dem Mittelrheinrivalen immer einige Brisanz. Wenige Tage später erfolgte die Meldung: "Bundesliga ohne Alemannia Aachen!"

 

Nun muss man dazu sagen, dass es damals keine offiziellen Kriterien für eine Qualifikation gab. Der DFB-Beirat und der Bundesliga-Ausschuss mit Franz Kremer ordneten teils nach geographischen Gesichtspunkten, teils nach sportlichen. Auf jeden Fall wollte der 1.FC Köln einziger Mittelrheinverein in der Bundesliga sein. Der Niederrhein wäre gar nicht vertreten gewesen, so dass der Alemannia der Meidericher SV (heute MSV Duisburg) vorgezogen wurde, wobei sich dort wiederum Rot-Weiß Oberhausen "auf den Schlips getreten" fühlte. Ein zweiter Härtefall waren die Kickers aus Offenbach, die sich ebenfalls verschaukelt fühlten. Wichtige Funktionäre aus dem Westen versprachen aber der Alemannia, eine Aufstockung auf 18 Vereine zu beantragen, um eben Aachen und Offenbach auch in die Bundesliga aufzunehmen zu können. Entsetzen aber am Fernsehschirm - die entscheidende DFB-Sitzung wurde live (!) übertragen - als gerade auch diese Funktionäre gegen den Antrag einer Aufstockung stimmten. Riesige Proteste aus Aachen waren die Folge, sogar das ordentliche Gericht wurde angerufen. Das Interesse an diesem Fall und die Sympathie für Alemannia in Deutschland war groß, aber schon die Eröffnungsfrage, was denn mit der Bundesliga geschehen würde, wenn Aachen mit der Klage durchkäme, zeigte die Aussichtslosigkeit des Unterfangen. Einige Jahre später gab es dann doch diese Aufstockung, weil in dem betreffenden Jahr sonst Schalke 04 abgestiegen wäre.

1963/1964

 

Meister Regionalliga West

 

Im ersten Jahr der Regionalliga West wurde Alemannia Meister mit sieben Punkten Vorsprung, einem Torverhältnis von 105:37 und einem Zuschauerschnitt von fast 17.000 In der folgenden Aufstiegsrunde sollte die Bundesliga dann eben mit einem Jahr Verspätung realisiert werden. Doch woran keiner ernsthaft geglaubt hatte geschah, die Aufstiegsrunde wurde zu einem Debakel. Die ersten drei Spiele gingen verloren und in der Vierergruppe gelangen nur zwei Siege und Hannover 96 stieg letztendlich auf. Zum Kult wurde dabei eine Szene bei der 0:3 Niederlage beim FK Pirmasens, als sich deren Kapitän Kapitulski als Zeichen der eindeutigen Überlegenheit mitten im Spiel einfach völlig unbedrängt auf den Ball setzte. Im Rückspiel rächte man sich zwar mit einem 5:1 (und ein Alemanne setzte sich ebenfalls auf den Ball), aber das Tor zur Bundesliga blieb verschlossen.

v.l.: Gnielka, Glenski, Thelen, Gronen, Hahn, Nievelstein, Breuer, Krisp, Zebec,Knops, Martinelli (Foto: Horstmüller)
v.l.: Gnielka, Glenski, Thelen, Gronen, Hahn, Nievelstein, Breuer, Krisp, Zebec,Knops, Martinelli (Foto: Horstmüller)

22.05.1965

 

DFB-Pokal Endspiel gegen Borussia Dortmund

 

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war Samstag, der 22.05.1965, das Pokalfinale in Hannover gegen Borussia Dortmund. Vorher konnte Alemannia Aachen als Zweitligist mehrere Bundesligisten (auch auf Grund dauernden Heimvorteils) aus dem Weg räumen. So waren am Karnevalssamstag 30.000 Zuschauer Zeuge eines 2:1 Sieges im Viertelfinale gegen Hannover 96. Im Halbfinale waren es gar 35.000 Zuschauer, die den ausverkauften Tivoli in einen Hexenkessel verwandelten, als sich Schalke 04 mit Willi Schulz und Reinhart Libuda vorstellt. 1:3 lag Alemannia im strömenden Regen nach 52 Minuten zurück, doch Nacken und Martinelli machten innerhalb von sieben Minuten den Rückstand weg und sorgten für die Verlängerung. Als in der 100. Minute Christian Breuer das 4:3 Siegtor erzielte kannte die Freude auf den Rängen keine Grenzen. Für viele Augenzeugen ist dieses Spiel noch heute das beeindruckendste Erlebnis auf dem Tivoli. Im Endspiel jedoch waren die Borussen mit Tilkowski, Emmerich und Held dann doch eine Nummer zu groß und Alemannia unterlag in einer Hitzeschlacht gegen den späteren Europapokalsieger mit 0:2, in einem allerdings recht schwachen Spiel. Sepp Herberger meinte später: "Das Beste war das Wetter ... und die Kapelle". Beeindruckend war eigentlich nur die Kulisse, alles in schwarz-gelb. Alemannia spielte mit: Prokop, Krisp, Nievelstein, Hermandung, Thelen, Breuer, Gronen, Nacken, Martinelli, Glenski, Krieger.

 

In der Liga wurde man in diesem Jahr Zweiter hinter Borussia Mönchengladbach, scheiterte dann aber in der Aufstiegsrunde diesmal an Bayern München, deren große Zeit mit Beckenbauer, Müller damit begann.

 

In der Saison 65/66 wurde man nur Dritter hinter Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiß Essen und verpasste damit die Aufstiegsrunde knapp. Zur Tradition waren die Flutlichtspiele der Alemannia in den letzten Jahren geworden. So war zum Beispiel im März 1966 Dukla Prag zu Gast, die vor 25.000 Zuschauer aber auf dem Tivoli mit 1:2 den Kürzeren zogen. In die neue Saison startete man wieder einmal als einer der großen Favoriten. Als aber das letzte Heimspiel der Hinrunde gegen den SSV Hagen mit 0:1 in den Sand gesetzt wurde, wurde Präsident Führen aktiv. Der glücklose Trainer Hennes Hoffmann bat um Auflösung seines Vertrages (er fühlte sich von der Aachener Sportöffentlichkeit nicht akzeptiert) und Präsident Leo Führen verpflichtete als neuen Trainer den Ex-Spieler Michel Pfeiffer, der inzwischen unter Hennes Weisweiler das Trainerdiplom gemacht hatte und beim SC Schwenningen losgeeist wurde. Allerdings erst, als feststand dass Wunschkandidat Rudi Gutendorf, der gerade in den USA einen Vertrag unterschrieben hatte, von dort keine Freigabe bekam.

1966/1967

 

Meister Regionalliga West und erster der Aufstiegsrunde

 

Wieder war es ein Karnevalssamstag, als der Bundesligist Karlsruher SC im Achtelfinale bei einem 2:4 keine Chance hatte. Im Viertelfinale schlug man Borussia Neunkirchen und erst im Mai 1967 scheiterte Alemannia im DFB-Pokalhalbfinale beim Hamburger SV mit 1:3, aber als Meister der Regionalliga war man zum dritten Mal in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Die Gegner Kickers Offenbach, TB Berlin, 1. FC Saarbrücken und Göttingen 05 hatten keine echte Chance. Der Tivoli glich einem Tollhaus, als Göttingen vor 30.000 Zuschauern mit 3:1 geschlagen wurde. Nach vier Jahren wurde das vermeintliche Unrecht korrigiert, Alemannia war Bundesligist. Die Bilder der Aufstiegsfeier vor dem Rathaus bleiben in ewiger Erinnerung.

 

Im Aufstiegsjahr konnte nur Bayern München mit 4:0 (am 1. Spieltag) auf dem Tivoli gewinnen. Sowohl der Deutsche Meister Eintracht Braunschweig wurde vor 25.000 Zuschauern mit 2:1 geschlagen, als auch der werdende Meister, der 1. FC Nürnberg mit Trainer Max Merkel, der vier Spieltage vor Schluss beim 0:2 im ausverkauften Tivoli nicht eine richtige Torchance hatte und nur durch überharten Einsatz auffiel. Als Elfter konnte schon recht früh der Klassenerhalt im ersten Jahr mit einem ausgeglichenen Punktverhältnis gefeiert werden. Lohn war eine für die Spieler unvergessene Südamerika-Tournee, die vier Wochen dauerte. Groß war dort die Neugier auf die Alemannia, war es doch die erste deutsche Vereinsmannschaft, die sich dort präsentierte. Gespielt wurde dort gegen fast alle großen Clubs aus Brasilien, Argentinien und Paraguay. Die Spiele fanden große Aufmerksamkeit und wurden zum Teil Live im Fernsehen übertragen. Dabei trafen während der Übertragung des ersten Spiels weitere 14 (!) Spielangebote im Mannschafts-Hotel ein.

 

Unterdessen war das Präsidium in Aachen aktiv und verpflichtete hochkarätige Neuzugänge. So kam mit dem Nationalspieler Roger Claessen aus Belgien für die damalige Bundesliga-Rekord-Ablösesumme von 300.000 DM einer der besten Stürmer Westeuropas zum Tivoli, was dazu führte, dass hunderte belgische Anhänger Alemannias Heimspiele besuchten. Dann kam noch eine weitere Sensation. Der in zahlreichen Europapokalspielen aufgefallene Ion Ionescu aus Rumänien wurde als zweiter Ausländer verpflichtet (mehr waren damals nach DFB-Statuten nicht erlaubt).

 

Bei diesen Verpflichtungen wurde allerdings wohl der finanzielle Rahmen gesprengt, was zu internen Querelen innerhalb des Präsidiums führte. Ungeachtet dessen konnte Trainer Pfeiffer eine Mannschaft formen, die in der Tabellenspitze mitmischte. Schon beim Eröffnungstraining waren 3.000 Zuschauer zum Tivoli gekommen, um die neue Mannschaft kennen zu lernen. Im ersten Test gewann man gegen Arsenal London vor 20.000 Zuschauern, natürlich unter Flutlicht, mit 3:2 und alle "Neuen" schlugen sich prächtig.

 

1968/1969

 

Deutscher Vizemeister

 

Mit 8:2 Punkten startete man in die Saison. So gewann man u.a. direkt am ersten Spieltag beim Deutschen Meister 1. FC Nürnberg mit 4:1. Hans-Gerd Klostermann erzielte in diesem Spiel gleich drei Tore. Dann aber holten fünf (!) Niederlagen hintereinander die Mannschaft auf den Boden der Tatsachen zurück. Zu dieser Zeit begann auch Trainer Pfeiffer in die Kritik zu geraten, doch das Präsidium hielt (zunächst) an ihm fest. Erst im April des kommenden Jahres teilte man Pfeiffer mit, dass sein Vertrag nicht verlängert würde. Am letzten Spieltag am 07. Juni 1969 aber gelang dann das Unfassbare. Mit einem 1:0 im Berliner Olympiastadion vor 50.000 Zuschauern durch ein Tor von Roger Claessen und günstigen anderen Ergebnissen der Konkurrenten (Mönchengladbach z.B. verlor 5:6 in Bremen) war Alemannia Zweiter hinter Bayern München geworden und damit Vizemeister der Saison 1968/69. Die Glückwünsche nahmen kein Ende, der DFB überreichte eine Silberschale, die Mannschaft wurde im Triumphzug durch Aachen geleitet und schließlich von 10.000 Aachenern auf dem Markt empfangen. Der bisherige Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war erreicht.

v.l.stehend: Obmann Karl Honnef, Masseur Godesar, Mannschaftskapitän Jupp Martinelli, Heiner Sell, Roger Claessen, Erwin Hoffmann, Werner Pöhler, Barna Liebhaber, Christoph Walter, Karl-Heinz Krott, Peter Schöngen, Rolf Pawellek, Trainer Michel Pfeiffer - v.l. sitzend: Karl-Heinz Bechmann, Ion Ionescu, Josef Thelen, Hans-Josef "Jupp" Kapellmann, Herbert Gronen, Werner Tenbruck, Wolfgang Habich, Erwin Hermandung, Werner Nievelstein, Gerd Klostermann - v.l. knieend: Gerd Prokop, Heinz Schors, Werner Scholz

19.08.1970

 

DFB-Pokalhalbfinale gegen den 1.FC Köln 0:4

1970

 

Der Tivoli wurde an die Stadt verkauft

 

Für die neue Saison wurde mit dem Kölner Georg Stollenwerk ein neuer Trainer verpflichtet, neue Spieler dagegen gab es keine. Zu groß waren die finanziellen Belastungen noch aus dem Vorjahr. Geschwächt durch "Alpenpokal" und eine viel zu kurze Sommerpause hatte die Mannschaft kaum eine Erholung und eine Verletzungsmisere ohne gleichen begann. Zudem schien die Mannschaft inzwischen etwas überaltert und war mit einem Schnitt von fast 29 die drittälteste in der Bundesliga. Trainer Stollenwerk, der mit seinen Ansichten und Methoden einfach nicht zur Mannschaft passte, musste schon bald wieder gehen, Williberth Weth wurde als "Retter" verpflichtet, später sogar mit Volker Kottmann noch ein eigener Konditionstrainer und Psychologe geholt. Es half alles nichts, Alemannia musste absteigen, die Begeisterung war verflossen, der Mitgliederstand sank auf 2.500.

 

Mit Hermann Lindemann kam ein neuer alter Trainer zurück an den Tivoli, der den direkten Wiederaufstieg anstrebte. Doch der Start in der Regionalliga West (damals die 2. Liga in fünf Staffeln) wurde zu einer Katastrophe. Überall wurde man zum "Spiel des Jahres" empfangen, der Gegner war immer besonders motiviert und engagiert. Schon im Dezember 1970 musste Lindemann wieder gehen und Volker Kottmann übernahm das Ruder. Er brachte wieder Konstanz in die Mannschaft, so dass man sich schnell aus der unteren Zone der Tabelle verabschiedete. Im DFB-Pokal erreichte man sogar wieder das Halbfinale, unterlag dann aber dem 1.FC Köln mit 0:4.

 

Mit Gunter Baumann kam 1971 wieder ein neuer Trainer, der eine neue junge Mannschaft aufbauen sollte. Nach einem dritten Platz nach der Vorrunde wurde man am Ende Vierter. Doch das Präsidium verlängerte seinen Vertrag nicht und verpflichtete als neuen Coach Barthel Thomas von den Stuttgarter Kickers, der direkt elf neue Spieler holte.

 

Inzwischen war das Stadion für drei Millionen Mark umgebaut worden, vor allem in Hinblick auf die bevorstehende Einführung der 2. Bundesliga, für die man sich unbedingt qualifizieren wollte. Sportlich war dies wohl auf Grund der Ergebnisse der letzten Jahre kein Problem, doch finanziell ging es immer mehr bergab. Rücktritte und Umbesetzungen im Präsidium waren die Folge, es gab Hilfegesuche an die Stadt und die Bevölkerung, sogar eine Bürgerinitiative gründete sich. Sportlich ging es auch nicht weiter, und inzwischen war Michel Pfeiffer als Trainer an den Tivoli zurückgekehrt, dafür fand sich kein Präsident mehr, der den Verein leiten wollte und konnte. Als die Stadt eine gewünschte Bürgschaft nicht übernehmen wollte, stand man kurz vor dem Konkurs.

1974

 

Reinhold Münzenberg wird neuer Präsident, Neffe Egon ist mit im Präsidium

 

Eine Goodwill-Aktion großen Ausmaßes begann zur Rettung vor dem drohenden Ende. Bor. Mönchengladbach, Fortuna und der 1.FC Köln kamen fast zum Nulltarif zu Spielen auf den Tivoli. Die eigentliche Rettung war aber die Kandidatur von Reinhold Münzenberg für das Präsidium. Mit einem ganzen Team, unter anderem auch sein Neffe Egon Münzenberg, wurde er fast ohne Gegenstimme gewählt, nachdem auch die Stadt Aachen sich ihrer Verantwortung und Unterstützung Angesichts dieses Präsidenten nicht mehr entziehen konnte.

 

Mit Beginn der Saison 1974/75 wurde die 2. Liga gegründet, die in zwei Staffeln Nord und Süd eingeteilt wurde. Egon Münzenberg, der inzwischen den aktiven Part im Vorstand übernommen hatte, rüstete mit großem finanziellem Aufwand den Kader auf. Viele Trainer sahen in der Alemannia einen der großen Aufstiegsfavoriten der 2. Liga Nord. Doch die Realität sah anders aus: Sportliche Enttäuschung, Trainerwechsel. Zunächst wurde Co-Trainer Gerd Prokop Interimstrainer, ehe Horst Witzler verpflichtet wurde.

 

In den kommenden Jahren spielte man mit wechselnden Erfolgen in dieser Klasse. Meist startete man mit großen Erwartungen in die Saison - die erste Liga im Visier -, fand sich dann aber nur irgendwo im Mittelfeld der Tabelle wieder.

1977/1978

 

Klassenerhalt in letzter Sekunde

 

Im Frühjahr 1978 stand dann aber plötzlich der Abstieg aus der 2. Liga kurz vor der Tür. Dazu kam es, als gegen Ende der Saison zwischen dem Tabellenzehnten und dem Neunzehnten und damit Vorletztem lediglich vier Punkte Differenz lagen. Für die Alemannia kam es zum entscheidenden Spiel am letzten Spieltag beim SC Herford, der sich bei einem Sieg hätte selbst retten können. Hunderte Fans wurden kostenlos mit Bussen zu diesem Spiel gefahren. Es half: Die Alemannia spielte 0:0 (mit Interimstrainer Willi Haag) und feierte diesen Punktgewinn und damit den Klassenerhalt, als ob man den Aufstieg geschafft hätte. "So eine Zittersaison soll es nie mehr geben" meinte der inzwischen zum Präsidenten aufgestiegene Egon Münzenberg. Er sollte (für viele Jahre) Recht behalten.

Präsident Egon Münzenberg und Ex-Präsident und Spieler Reinhold Münzenberg.v.l. die Spieler : Thomas, Wolf, Ruge
Präsident Egon Münzenberg und Ex-Präsident und Spieler Reinhold Münzenberg.v.l. die Spieler : Thomas, Wolf, Ruge

22.02.1980

 

Die Überdachung Stehtribüne auf der längsseite wurde fertig gestellt

1980/1981

 

Erhard Ahmann hieß der neue Trainer, und mit ihm wehte ein neuer Wind. Plötzlich kam Konstanz in die Arbeit von Trainer und Präsidium. Man steigerte sich kontinuierlich, und zu dieser Zeit entstand die vielleicht noch vielen in Erinnerung gebliebene südamerikanische Atmosphäre am Tivoli. Säckeweise wurde Konfetti ins Stadion geschleppt, und es geschah vielen Fans, dass man noch Tage später irgendwelche Überreste davon in diversen Kleidungsstücken wieder fand. Presse, Funk und Fernsehen berichteten bundesweit über diese einmalige Atmosphäre. Sportlich erreichte man die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga, die 1981/82 ihrem Spielbetrieb aufnahm. In Aachen durfte wieder vom Aufstieg geträumt werden.

 

Doch wieder begann die Saison schlecht. Nach drei 0:1 Auswärtsniederlagen zu Beginn der Spielzeit warf Egon Münzenberg das Trainerkarussel wieder an. Erhard Ahmann erhielt eine Abfindung und musste gehen. Was nun folgte, gehört eigentlich ins Guinness-Buch der Rekorde und nicht in einen sportlichen Rückblick. Aber Tatsache war, dass der Tivoli nun in drei Jahren nicht weniger als sieben Trainer sah. Damit gehörte wohl der Arbeitsplatz Tivoli zu den gefährdesten in ganz Deutschland. Übrigens, den Aufstieg und die Rückkehr in die erste Liga schaffte keiner. Dabei handelte es sich um Günter Habig (5 Monate), Jupp Martinelli (1 Monat als Interimslösung), Horst Buhtz (11 Mon.), Slobodan Cendic (6 Mon.), Erhard Ahmann (10 Mon.), Rolf Grünther (6 Mon.), ehe dann im Juli 1984 Werner Fuchs zum ersten Mal an den Tivoli kam.

1984

 

Egon Münzenberg setzt sich nach Kanada ab

Inzwischen war allerdings Egon Münzenberg nach seinem Finanzcrash in die kanadischen Wälder verschwunden. Durch zu hohen finanziellen Einsatz und der Krise im Baugewerbe brach das Immobilienimperium des Baulöwen zusammen. Per Fax erklärte er aus Kanada seinen Rücktritt. Manager-Trainer Ahmann setzte sich quasi über Nacht in Richtung VfL Osnabrück ab, so dass es mit Rolf Grünther - auch einmalig in Deutschland - einen Spieler-Trainer in der zweiten Liga gab. Fußball wurde übrigens auch noch gespielt und das gar nicht schlecht. Immer wieder spielte man in der Spitzengruppe mit, bis dann im Frühjahr die wichtigen Spiele verloren wurden. So wurde man in diesen Jahren zweimal 9. einmal 5. und einmal 6. in der 2. Bundesliga.

 

Das Ende der Ära Münzenberg 1984 war dann wieder ein gefährlicher Moment in der Vereinsgeschichte. Bewundernswert war aber, wie der damals 72jährige Bubi Hirtz trotz 3,5 Millionen Mark Schulden eine Vorstandsmannschaft zusammenhielt, die die größten Probleme meisterte. Zusammen, besonders mit den Spielern Grünther und Grabotin, hielt er den Verein über Wasser. Mit Werner Fuchs kam dann auch als Trainer der richtige Mann im richtigen Moment.

1984/1985

 

Werner Fuchs wird zum ersten mal Trainer bei der Alemannia

Im April 1986 war es dann wieder einmal soweit. Ein Aufstieg war greifbar nahe. Doch die Alemannia (Herbstmeister) wurde kurz vor Toresschluss noch abgefangen. Sechs Spiele vor Ende stand man kurz hinter einem Aufstiegsplatz, als dann vier (!) Spiele in Folge verloren wurden. Wer erinnert sich nicht an die Auswärtsspiele in Wattenscheid und Aschaffenburg, die mit jeweils 0:5 verloren gingen. Am Ende belegte man dann tief enttäuscht den 8. Platz, vier Punkte hinter den Aufsteigern.

27.06.1986

 

Der "Eiserne" Reinhold Münzenberg stirbt im Alter von 77 Jahren

 

Ein Highlight der folgenden Saison war die Pokalschlacht im Oktober 1986 gegen den deutschen Vizemeister Werder Bremen. Nach einem 0:0 in Bremen kam es zum Wiederholungspiel in Aachen. 7:6 im Elfmeterschießen konnte die Alemannia schließlich gewinnen, als Torwart Hannes Kau gegen Dieter Burdenski den entscheidenden Elfer verwandelte. In der nächsten Runde unterlag man allerdings dann auf dem ausverkauften Tivoli Borussia Mönchengladbach mit 0:2.

 

Der Vertrag mit Werner Fuchs wurde nicht verlängert und er ging dann zum 1.FC Saarbrücken. 1987 sollte dann Diethelm Ferner als Trainer den lang ersehnten Bundesliga-Aufstieg realisieren. Doch nach einem 1:3 gegen Wattenscheid am letzten Spieltag der Hinrunde vor nur noch 1.500 Zuschauern musste Ferner schon schnell wieder seine Koffer packen. Nachfolger wurde Peter Neururer, der Damals damit zum jüngsten Trainer in der 1. oder 2. Bundesliga wurde. Im Januar 1988 übernahm der Finanzbeamte Günter Reinartz von Bubi Hirtz das Präsidentenamt. Er trat mit einem 10 Punkte-Programm an mit dem Ziel 1. Liga, aber nur mit  einem kalkulierbaren finanziellen Risiko. Peter Neururer, der die Mannschaft mit ausgeglichenem Punktverhältnis übernommen hatte, legte mit seiner Mannschaft nun in der Rückrunde eine Siegesserie hin, die große Beachtung fand. Plötzlich klopfte man wieder an das Tor zur Bundesliga. In Aachen war man voller Euphorie und die Stadt holte schon fertige Pläne aus der Schublade, um den Tivoli mit 6 Millionen Mark Aufwand zu modernisieren und auszubauen, sprich bundesligatauglich zu machen. Kurz vor Saisonende erlitten die Hoffnungen nach einem 0:4 in Essen einen herben Dämpfer. Trotz allem war noch die Chance auf Platz Drei groß. Sogar die Eintrittskarten für das dann fällige Relegationsspiel gegen den Drittletzten der 1. Liga waren schon gedruckt. Am letzten Spieltag hing alles mehr am Radio, als dass man das Spiel auf dem Tivoli verfolgte. Aber es nutzte nichts, die Mitkonkurrenten gewannen, und am Ende fehlten der besten Rückrundenmannschaft ein Tor und ein Punkt zum dritten Platz.

 

Ex-Präsidenten der Alemannia v.l.: Dr. Helmut Heinze, Reinhold Münzenberg,Dr. Karl Moll, Josef Hirtz, Leo Führen
Ex-Präsidenten der Alemannia v.l.: Dr. Helmut Heinze, Reinhold Münzenberg,Dr. Karl Moll, Josef Hirtz, Leo Führen

1988/1989

 

Schalke 04 und Aachen waren die Topfavoriten in der Saison 88/89. Einem tollen Start folgte eine sportliche Krise. Die finanziellen Probleme wurden immer größer, dazu gesellte sich eine Führungskrise im Vorstand. Notverkäufe standen an, u.a. wurde Torjäger Theo Gries verkauft. Selbst Trainer Neururer wackelte gegen Ende der Hinrunde gewaltig. Eine Alemannia-Opposition beantragte eine außerordentliche Mitgliederversammlung, die erforderlichen 100 Unterschriften aber kamen nicht zusammen. Lizenzprobleme für die kommende Saison deuteten sich an. Skandalöser Höhepunkt dieser Krise war die Jahreshauptversammlung im Januar 1989. Nach heftigen persönlichen Angriffen der Opposition gegen Geschäftsführer Bert Schütt, sank dieser mit einem Herzanfall auf der Bühne zusammen und verstarb noch während der Versammlung, die abgebrochen wurde.

 

Sportlich kam etwas unerwartet der Aufschwung. Die Alemannia war plötzlich wieder oben dran. Genau zu dieser Zeit gab es dann aber Vertragsprobleme mit Peter Neururer. Dieser hatte zwar schon gekündigt, konnte sich aber auf einmal doch ein Weitermachen vorstellen. Jetzt wollte aber das Präsidium nicht mehr und präsentierte mit Rolf Grünther schon den Trainer der neuen Saison. Diese Situation nutzte der Schalker Präsident Eichberg, um in einem ziemlichen Possenspiel Peter Neururer auf der Stelle zu verpflichten. Nun musste Rolf Grünther auch schon unplanmäßig die Alemannia sofort übernehmen. Der sportlichen Entwicklung tat dies keinen Abbruch. Im Mai stand die Alemannia auf Rang Zwei, so dicht wie noch nie vor dem Aufstieg. Alle Hochrechnungen in der Presse liefen darauf hinaus, diesmal musste es klappen. Dann folgte wieder das ebenso Unerklärliche wie Bekannte. 0:2 gegen Wattenscheid, 0:3 in Offenbach und 1:4 gegen Freiburg hintereinander bedeuteten das Aus im Rennen um den Aufstieg. Am Ende belegte Alemannia Rang 6 in der Tabelle.

13.05.1990

 

Abstieg aus der 2. Bundesliga

Was folgte, war ein Ausverkauf ohne Ende. Sei es aus Enttäuschung der letzten Jahre oder aus finanziellen Engpässen, nicht weniger als acht Stammspieler verließen den Tivoli. Erst am 5. Spieltag gelang gegen Unterhaching der erste Sieg. Nach dem 0:1 gegen Freiburg am 7. Spieltag musste Rolf Grünther seinen Hut nehmen. Nach langen Hin und Her und viel Politik wurde mit Mustafa Denizli, der "Beckenbauer der Türkei" als Retter verpflichtet. Zunächst ging es tatsächlich auch etwas aufwärts, doch nach dem schlechten Start kam man trotz einiger sensationeller Erfolge nie so richtig raus aus dem Keller. Bei vielen Spielen herrschte zu dieser Zeit türkische Begeisterung um Denizli und seine Mannschaft. So wurde zum Beispiel die Alemannia von 5.000 türkischen Zuschauern im Berliner Olympiastadion unterstützt, als es dort gegen die Hertha ging.

 

Als Präsident übernahm Leopold Chalupa zu dieser Zeit das sinkende Schiff. Entscheidend war vielleicht das Wintertrainingslager in der Türkei. Während sich Trainer Denizli von seinen Landsleuten feiern ließ, machte sich die Mannschaft ein paar schöne Tage in der Sonne. In beiderseitigem Einvernehmen (Denizli: "Ich bleibe immer ein Alemanne") trennte man sich im März, und man verpflichtete Eckhard Krautzun, der schon im Herbst zur Debatte gestanden hatte. Doch es half alles Hoffen und Bangen nicht. Am 13.05.1990 um 16.47 Uhr, nach einem 0:3 in Bayreuth, stand der Abstieg aus der 2. Bundesliga als 19. der Tabelle, drei Punkte hinter dem rettenden Platz, fest. Mit guten Wünschen für die Zukunft, aber auch mit zwei Millionen Mark Schulden verabschiedete man sich ins Amateurlager. Dass die Alemannia abgestiegen war, wurde von vielen wohl erst richtig registriert und wahrgenommen, als die neue Saison ohne die Alemannia begann.

1990

 

Mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga begannen magere Jahre für die Alemannia. Zum ersten Mal in der 90-jährigen Vereinsgeschichte war die erste Fußballmannschaft nur noch drittklassig und musste sich mit Gegnern wie Jülich oder Langerwehe auseinandersetzen. Rund 3000 Zuschauer verloren sich im Schnitt bei Spielen der Oberliga Nordrhein auf dem Tivoli; Auswärtsspiele fanden teilweise vor dreistelligen Kulissen auf diversen obskuren Sportplätzen statt.

 

Immerhin konnten zum Oberligaauftakt zweitligaerfahrene Stammspieler wie Hannes Kau, Norbert Buschlinger oder Günter Delzepich gehalten werden, so dass die Alemannia unter Trainer Norbert Wagner um den sofortigen Wiederaufstieg mitspielte. Einen argen Dämpfer erhielten die Aufstiegshoffnungen bei der zweiten Saisonniederlage am 1.3.1991 in Hamborn. Jupp Zschau und Hannes Kau warfen dem Trainer nach dem Spiel eine verfehlte Aufstellung vor. Wagner forderte die Suspendierung beider Spieler, musste aber schließlich selbst zurücktreten. Als Nachfolger wurde Ex-Nationalspieler Wilfried Hannes vom Ligakonkurrenten Viktoria Köln verpflichtet, der auch nicht mehr verhindern konnte, dass trotz 50:14 Punkten am Ende nur Platz 2 hinter dem FC Remscheid blieb.

1991

 

Zur neuen Saison hatten wichtige Leistungsträger den Verein verlassen, und Hannes versuchte mit einer stark verjüngten Mannschaft den Neuanfang. Der geriet zunächst sehr schleppend, die Fans mussten Demütigungen wie das Aus im Kreispokal bei Rhenania Alsdorf oder eine Heimniederlage gegen Jülich 10 ertragen. Nach einer 1:4-Niederlage in Bad Honnef und 5:11 Punkten stellte Hannes fest: “Wir stehen nun mitten im Abstiegskampf.” Ganz so schlimm kam es dann doch nicht; zum Saisonende hatte sich die Mannschaft halbwegs gefunden und auf Platz 6 verbessert.

 

Unter dem neuen Präsidenten Heinz-Gregor Johnen wurde immer wieder versucht, die Tristesse mit publikumswirksamen Aktionen in Grenzen zu halten, sogar Cheerleader sorgten zeitweise für umstrittenes amerikanisches Flair. Am Ende der Saison 1992/93 musste sich die Alemannia mit Platz 3 hinter Rot-Weiß Essen und dem 1. FC Bocholt zufrieden geben. Als kleines Trostpflaster gelang erstmals seit dem Abstieg der Sieg im Mittelrheinpokal und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal.

1993/94

 

1993/94 geriet Trainer Hannes immer lauter und vehementer in die Kritik der Fans, die mitunter schon zum Streik aufriefen. In den entscheidenden Spielen gegen Aufstiegskonkurrent Fortuna Düsseldorf versagte die Mannschaft. Das Hinspiel im Rheinstadion wurde trotz längerer 11:9-Überzahl verloren, nach dem 0:1 im Rückspiel bemerkte Präsident Johnen resignierend: “Die haben gespielt wie alte Opas.” Damit musste man die Aufstiegshoffnungen früh begraben, zum letzten Heimspiel gegen den Rheydter SV wurde mit 600 Besuchern ein Minusrekord der Nachkriegszeit aufgestellt. Immerhin reichte der zweite Platz zur Qualifikation für die neugeschaffene Regionalliga West/Südwest, und im zweiten Jahr in Folge konnte der SC Brück im Finale des FVM-Pokals besiegt werden.

1994

 

Zur allgemeinen Überraschung hielt der Vorstand auch in der neuen Spielklasse an Trainer Hannes fest, aber nach einem 1:5 gegen den TuS Paderborn-Neuhaus gab es buchstäblich kein Halten mehr. Nachfolger wurde der frühere Bundesligatrainer von Borussia Mönchengladbach Gerd vom Bruch. Die Alemannia tat sich lange schwer in der Regionalliga; die Mischung aus erfahrenen Ex-Profis wie Andreas Gielchen, Frank Klemmer oder Frank Schulz sowie jungen Talenten wie Torsten Frings schien nie so recht zusammenzupassen. In den ersten beiden Regionalligajahren erreichte die Alemannia jeweils Platz 6.

 

Zu Beginn der Saison 1996/97 musste auch Gerd vom Bruch seinen Stuhl räumen; als Nachfolger konnte Werner Fuchs verpflichtet werden, der die Alemannia bereits von 1984 bis 1987 betreut hatte und sich im Umfeld nach wie vor großer Beliebtheit erfreute. Unter den gegebenen Umständen konnte auch Fuchs kurzfristig keinen Aufschwung erreichen. Massive finanzielle Probleme verhinderten lange Zeit den Aufbau einer konkurrenzfähigen Mannschaft, zur Winterpause wurden mit den Verkäufen von Torsten Frings an Werder Bremen und Marcus Feinbier an Wattenscheid 09 zumindest einige Löcher im Geldbeutel gestopft. In der Tabelle lag die Alemannia lange Zeit sogar hinter Germania Teveren. Der am Ende 11. Platz in der 3. Liga stellt den statistischen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte dar.

 

In der darauffolgenden Saison war ein deutlicher Aufschwung erkennbar. Erst am zehnten Spieltag gab es beim unglücklichen 3:4 in Münster die erste Saisonniederlage, und im Pokal zog die Alemannia endlich wieder die Massen an. Bundesligist 1.FC Nürnberg sowie Zweitligist VfB Leipzig zogen am Tivoli den kürzeren, bevor es im Dezember 1997 zum denkwürdigen Achtelfinale gegen Waldhof Mannheim kam. Beim Stand von 1:1 in der Verlängerung verwandelte Mario Krohm einen Elfmeter gegen Mannheims Keeper Stephan Straub erst im Nachschuss. Letzterer war jedoch nach Auffassung von Schiedsrichter Merk von einem zweiten Ball irritiert worden, der im unpassenden Moment aus dem Mannheimer Fanblock aufs Spielfeld geflogen war. Die Partie wurde mit Schiedsrichterball fortgesetzt und im Elfmeterschießen für Mannheim entschieden. In der Liga reichte es am Ende zu Platz 7.

1998

 

1998 wurden Pläne für ein neues Stadion vorgestellt, das den altehrwürdigen Tivoli ersetzen sollte. Unter dem Motto “Hände weg vom Tivoli” formierte sich schnell erfolgreich Widerstand gegen das Modell, das eine Mehrzweckarena mit Laufbahn ohne Stehplätze für 15.000 Besucher vorsah.

1998/1999

 

Sportlich spielte die Alemannia erstmals in der Regionalliga ernsthaft um den Aufstieg mit und erklomm durch ein 1:1 bei Preußen Münster im November die Tabellenspitze. Nach drei Heimniederlagen in Folge schien man jedoch schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Beim 2:3 gegen Paderborn Ende Februar wurden sogar die Tore des Gegners mit höhnischen “Zugabe”-Rufen quittiert. Ein 1:0 in Siegen in der Woche drauf leitete die nicht mehr für möglich gehaltene Wende ein. Spätestens, nachdem am Ostermontag der spielerisch überlegene Gegner aus Trier in der Schlussphase am Tivoli niedergekämpft wurde, schwamm die Alemannia auf einer Welle der Euphorie. Nach einem 3:1 in der Leverkusener Bay-Arena wurde in den letzten Minuten noch ein 0:1 gegen Verl gedreht. Nach dem 1:0 über Preußen Münster zwei Wochen später gab es kaum noch Zweifel.

11. Mai 1999

 

Zwei Tage vor dem alles entscheidenen Spiel in Erkenschwick war Werner Fuchs zusammengebrochen. Bei einem Waldlauf mit der Mannschaft im Aachener Stadtwald bekam der Aachener Trainer einen Herzinfakt. Kurze Zeit später kam die traurige Mitteilung: „Werner Fuchs ist tot!" Fans, Mannschaft und Betreuerstab bekamen einen Schock. Blumen und Kerzen wurden vor der Geschäftsstelle von Alemannia Aachen niedergelegt. Trotzdem wurde das Spiel in Erkenschwick ausgetragen. Dies war der ausdrücklichste Wunsch der Witwe von Werner Fuchs.

13.05.1999

 

Das alles entscheidene Spiel stand vor der Tür. Über 10.000 Fans fuhren mit nach Erkenschwick um die Mannschaft zu unterstützen, aber vorallem den verstorbenen Trainer seinen letzten Willen und Ehre zu erweisen. Die Alemannia wollte zurück in Liga 2. Mit einem 0:2 Auswärtssieg durch Tore von Wolfram Klein und Stephan Lämmermann besiegte man die SpVgg. Erkenschwick. Der Aufstieg in die 2.Bundesliga war geschafft, aber an diesem Tag war keinem das Feiern zu mute. Es war der Verdienst von Werner Fuchs, dass die Mannschaft aufgestiegen ist. Sein Traum, mit der Alemannia aufzusteigen, wurde an diesem Tag erfüllt, genau 9 Jahre nach dem Abstieg aus der 2.Bundesliga kehrte die Alemannia zurück in den bezahlten Fußball. Eugen Hach, in den 80er-Jahren unter Fuchs als Spieler am Tivoli aktiv, wurde für die neue Zweitligasaison als Nachfolger verpflichtet.

Ahnentafel

Präsidenten


2009 - heute Dr. Alfred Nachtsheim

2003 - 2009 Prof. Horst Heinrichs
2002 - 2003 Prof. Horst Heinrichs kommisarisch
2002 - 2002 Theo Lieven zurückgetreten
2001 - 2002 Dr. Jürgen Linden kommissarisch
1999 - 2001 Hans Bay zurückgetreten
1997 - 1999 Wilfried Sawalies zurückgetreten
1996 - 1997 Gabriele Mohné / Alwin Fiebus kommisarisch
1992 - 1996 Heinz-Gregor Johnen
1990 - 1992 Leopold Chalupa
1988 - 1990 Günter Reinartz
1984 - 1988 Bubi Hirtz
1978 - 1984 Egon Münzenberg
1976 - 1978 Dr. Helmut Heinze
1974 - 1976 Reinhold Münzenberg
1973 - 1974 Leo Simons kommisarisch
1973 - 1973 Franz Henn
1972 - 1973 Matthias Bischoff
1966 - 1972 Leo Führen
1956 - 1966 Dr. Gerd Heusch
1949 - 1956 Dr. Karl Moll
1945 - 1949 Josef Hirtz
1939 - 1944 Ferdinand Wiebecke
1938 - 1939 Dr. Karl Moll
1933 - 1938 Dr. Peter Müller
1933 - 1933 Hubert Essers
1929 - 1933 Dr. Karl Moll
1921 - 1929 Josef Emunds
1919 - 1921 Josef Pirnay
1919 - 1919 Werner Courte
1917 - 1919 Clemens Baurmann
1917 - 1917 Franz Vogeno
1913 - 1914 Hubert Wollgarten
1911 - 1913 Dr. Franz Geilenkirchen
1909 - 1911 Josef Emunds
1908 - 1909 Hubert Essers
1904 - 1908 Kurt Pfeiffer
1903 - 1904 August Bast
1902 - 1903 Otto Windisch
1901 - 1902 Karl Foerster
1900 - 1901 Oktav Spennrath

 

Ehrenmitglieder

 

09.06.2008 André Schnitker
25.10.2005 Karl Hamacher
20.03.1997 Alfred Metzdorf
25.04.1995 Martin Nicoll
25.04.1995 Peter Sieland
10.03.1993 Heinz Randolf
28.01.1992 Willy Wilden
29.01.1990 Jacob Goll
25.01.1988 Josef Hirtz
14.04.1980 Wolfgang Wynands
14.04.1980 Leo Simons
14.04.1980 Dr. Gerd Heusch
14.04.1980 Willi Graf
14.04.1980 Leo Führen
15.03.1971 Ferdi Wiebecke
15.03.1971 Josef Wicke
15.03.1971 Franz Meyers
15.03.1971 Jacob Baurmann
03.06.1960 Georg Bender
28.08.1957 Josef Peters
05.08.1950 Dr. Karl Moll
05.08.1950 Josef Jennes
25.01.1949 Reinhold Münzenberg
11.10.1933 Wimmar Hennes

 

Goldene Ehrennadel mit Brillanten


25.10.2005 Leo Führen
25.10.2005 Matthias Schales
10.01.1981 Wolfgang Wynands
25.01.1979 Reinhold Münzenberg
13.01.1979 Josef Wicke
17.01.1972 Leo Führen
11.07.1969 Georg Bender
19.09.1966 Dr. Karl Moll
19.09.1966 Dr. Gerd Heusch
06.05.1963 Josef Emunds

Träger des Ehrenringes


1995 Leo Führen
1993 Jacob Goll
1989 Josef Hirtz
1972 Dr. Karl Moll

Trainer

21.06.10 -   Heute    Peter Hyballa
22.09.09 - 9.05.19   Michael Krüger / Zurückgetreten

06.09.09 - 21.09.09 Willi Kronhardt / Interimstrainer

17.12.07 - 05.09.09 Jürgen Seeberger / beurlaubt
13.06.07 - 26.11.07 Guido Buchwald / entlassen
12.09.06 - 23.05.07 Michael Frontzeck / Zurückgetreten
01.06.04 - 07.09.06 Dieter Hecking / Wechsel zu Hannover 96
08.10.01 - 31.05.04 Jörg Berger / Vertrag i.b.E. aufgelöst
07/1999 - 01.10.01 Eugen Hach / entlassen
05/1999 - 06/1999 André Winkhold / Interimstrainer
08/1996 - 05/1999 Werner Fuchs / gestorben
09/1994 - 08/1996 Gerd vom Bruch / entlassen
08/1994 - 09/1994 Helmut Graf / Interimstrainer
03/1991 - 08/1994 Wilfried Hannes / entlassen
03/1991 - 03/1991 Michael Schleiden / Interimstrainer
07/1990 - 03/1991 Norbert Wagner/ entlassen
03/1990 - 06/1990 Eckhard Krautzun / Interimstrainer
09/1989 - 03/1990 Mustafa Denizli / entlassen
04/1989 - 09/1989 Rolf Grünther / entlassen
12/1987 - 04/1989 Peter Neururer / Wechsel zu Schalke 04
07/1987 - 12/1987 Diethelm Ferner / entlassen
07/1984 - 06/1987 Werner Fuchs / Vertrag nicht verlängert
02/1984 - 06/1984 Rolf Grünther / ohne Vertrag
04/1983 - 02/1984 Erhard Ahmann / selbst gekündigt
11/1982 - 04/1983 Slobodan Cendic / selbst gekündigt
12/1981 - 11/1982 Horst Buhtz / beurlaubt
12/1981 - 12/1981 Josef Martinelli / Interimstrainer
08/1981 - 12/1981 Ernst Günter Habig / selbst gekündigt
07/1978 - 08/1981 Erhard Ahmann / beurlaubt
05/1978 - 06/1978 Willi Haag / ohne Vertrag
01/1976 - 05/1978 Gerd Prokop / beurlaubt
11/1974 - 01/1976 Horst Witzler / entlassen
09/1974 - 11/1974 Gerd Prokop / Interimstrainer
07/1973 - 09/1974 Michel Pfeiffer / entlassen
07/1972 - 06/1973 Barthel Thomas / Vertrag vorzeitig gelöst
03/1972 - 06/1972 Bert Schütt / Interimstrainer
07/1971 - 03/1972 Gunter Baumann / beurlaubt
12/1970 - 06/1971 Volker Kottmann - Bert Schütt / Interimstrainer
07/1970 - 12/1970 Hermann Lindemann / entlassen
12/1969 - 06/1970 Williberth Weth / Vertrag nicht verlängert
07/1969 - 12/1969 Georg Stollenwerk / entlassen
01/1967 - 06/1969 Michel Pfeiffer / Vertrag nicht verlängert
07/1966 - 01/1967 Hennes Hoffmann / entlassen
10/1965 - 06/1966 Williberth Weth / Vetrag nicht verlängert
07/1962 - 10/1965 Oswald Pfau / entlassen
03/1962 - 06/1962 Bert Schütt / Interimstrainer
10/1959 - 03/1962 Helmut Kronsbein / beurlaubt
07/1958 - 10/1959 Bela Sarosi / entlassen
07/1955 - 06/1958 Schorsch Knöpfle  / Vetrag nicht verlängert
07/1951 - 06/1955 Hermann Lindemann / Vetrag nicht verlängert
07/1950 - 06/1951 Emil Melcher / Vetrag nicht verlängert
07/1949 - 06/1950 Fritz Pölsterl  / Vetrag nicht verlängert
07/1948 - 06/1949 Karl Fink / Vetrag nicht verlängert
08/1945 - 06/1948 Viktor Havlicek - Josef Kratz / Vetrag nicht verlängert